Sonntag, 28. August 2011

"Lass uns mit unseren Tränen den See auffüllen"

In Orumiyeh und Tabriz haben eine große Anzahl der Menschen an Demonstrationen teilgenommen (Hintergrund). Gegen die Demonstranten wurde Tränengengas eingesetzt, etwa 300 Demonstranten wurden verhaftet, berichtet radiofarda. Warum? Weil sie nicht zusehen wollen, wie der schöne Orumiyeh See in Wüste verwandelt wird!

Das Video zeigt, wie die Sicherheitskräfte versuchten, den Menschen Angst einzujagen.


Parolen: "Der Orumiyeh See ist am sterben, Das Parlament befehlt ihn zu ermorden" und " Lass uns mit unseren Tränen den See auffüllen"


Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften

Freitag, 26. August 2011

Protestaufruf auf den Starßen und im Fußballstadion

Die Azeri Minderheit im West Iran in Azeri-Sprache: "Der Orumiyeh See ist am sterben, Das Parlament befehlt ihn zu ermorden"




Leute marschieren auf den Straßen und kündigen an, wo und wann (Samstag, 27. August, um 18 Uhr) zu demonstrieren"


"Mein türkischer Bruder, begleite uns am Samstag in der Raste Kutsche"

Dreißig Umweltaktivisten verhaftet; Orumiyeh See trocknet weiterhin aus

Flamingos von Orumiyeh See

Am Mittwoch Abend sind dreißig Aktivisten während Fastenbrechens in Azerbaijan verhaftet worden. Diese Aktivisten kämpfen gegen das Austrocknen von Orumiyeh Sees, das gefährdete Flamingo Oase (Video Bericht von Tagesschau).


 v. r. n. l.: 1996, 2001, 2010

Am 3. April 2011 versammelten sich viele Menschen in den Städten Tabriz und Orumiyeh, weil sie die  Regierung auffordern wollten, sich um die Probleme des Sees zu kümmern. Die Versammlungen wurden nieder geschlagen. Die Aktivisten haben einen realistischen Vorschlag: man kann das See mit 2 Mrd. Kubikmeter Wasser auffüllen.

Grund der Verhaftung


Es wurde noch nicht von den Behörden erklärt, warum die Aktivisten verhaftet wurden. Aber man kann sich denken, dass die Sicherheitsbehörden neue Proteste befürchten: Das iranische Parlament hatte am 16. August entschieden, dass das Auffüllen des Sees nicht eile und solle in Ruhe diskutiert werden. Eine Entscheidung, die Umweltschützern unzufrieden machte.

Die Behörden haben wahrscheinlich Angst, dass bei jeglicher Art von Zusammentreffen, sei es religiöse, wie etwa bei einem Fastenbrechen bei jemandem zu hause, Versammlungen jeglicher Art organisiert werden. Die Regierung im Iran hat oft Aktivisten und Politiker bei Beerdigungen (bsp.: Dr. Yazdi), religiöse Zeremonien oder Abendessen verhaftet.

Dienstag, 23. August 2011

Doppelmoral des iranischen Fernsehens bezüglich Gaddafi


Während das iranische Staatsfernsehen zur Zeit die europäischen Politiker für die Unterstützung und Umarmung von Gaddafi kritisiert und blamiert, erinnerte ein Iraner uns mittels Google Reader an folgende Schlagzeilen der persischsprachigen Medien Irans in den vergangenen Jahren:

  • Ahmadinedjad (2009): "Gaddafi soll mir beim globalen Management helfen"

  • Ahmadinedjad in einem Treffen mit Gaddafi: "wir haben gemeinsame Feinde, die nicht wollen, dass unsere Länder mächtig werden"

  • Ahmadinedjad lobte Ansichten Gaddafis

Natürlich kann man Politiker für ihre jahrelange Unterstützung von Gaddafi blamieren, aber nicht wenn man selbst ihn unterstützt und umarmt hat. Die Menschen sind nicht dumm, halten sich aber bei so einem Verhalten vom pseudo-nationalen Fernsehen als für dumm verkauft.

***
Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, dass Diktatoren in der Welt zur Zeit gut schlafen können?


"Die Geschichte geht weiter" von Nikahang Kowsar

Mittwoch, 10. August 2011

Ein paar Cartoons von Mana Neyestani

Ich dachte, der Leser dieses Blogs sollte diese Cartoon von Mana Neyestani nicht verpassen.


"Held"






"Anti Autoritarismus"


"Extremist"

Ähnliche Artikel:

Donnerstag, 4. August 2011

Zeidabadis erster Urlaub nach zwei Jehren

Das erste Foto Zeidabadis seit der Beurlabung;
Nach zwei Jahren bei der Familie

Ahmad Zeidabadi bekam heute einen Gefängnisurlaub für zwei Tage, berichtet radiofarda. Seit den verfälschten Wahlen im Juni 2009  bekam er bis heute keinen einzigen Tag Urlaub.

Iran 2009: Eine Präsidentschaftswahl, hunderte verhaftete Journalisten (Teil 2)

Julias Blog - Gleichzeitig brüsteten sich Präsident Ahmadinejad und Mohammad Javad Larijani [der Chef des Menschenrechtsrates der iranischen Justiz, d. Übers.] vor internationalen Kameras damit, dass „niemand in Iran verhaftet wird, weil er oder sie journalistisch arbeitet oder seine/ihre Meinung äußert.“ Zum Artikel

Dienstag, 2. August 2011

Auch Wasserspiel ist verboten im Iran!


Fotos aus dem Iran #18 - In den letzten Jahren haben die iranischen Behörden immer mehr die Jugendlichen in ihrem Privatleben unterdrückt. Die Anzahl der Verhaftungen bei privaten Partys hat zugenommen. Immer wieder werden Autos von Jugendlichen nach "illegaler Musik" durchsucht. In vielen Cafés dürfen Frauen und Männer nicht mehr zusammen Wasserpfeife rauchen. Doch die Jugendlichen lassen sich immer wieder etwas einfallen, um ein bisschen Spaß zu haben.

Per Facebook verabredeten sich junge Männer und Frauen im Teheraner Park Ab-o-Atash, Wasser und Feuer, um im heißen Sommer ein Wasserspiel zu machen, ein bisschen Spaß zu haben und gleichzeitig ein Zeichen zu setzen. Sie wissen gut, dass solche Aktionen die "Mullahs ärgert". Aus dieser Prespektive war die Aktion sehr erfolgreich: nicht nur konservative Webseiten, sondern auch Parlamentsabgeordnete verteufelten die Aktion und waren sehr empört. Ein Parlamentsabgeordneter sagte: "Es gibt keine Zweifel daran, dass diese Aktion geplant wurde, um die Jugend vom Islam zu trennen".

Polizeiberichten zufolge wurden einige Teilnehmer wegen "unislamischen Verhaltens" verhaftet. Eine Schande für die iranische Polizei, meiner Meinung nach.


Die Aktion fing am Freitag um 9 Uhr an. Die Polizei musste das Wasser abdrehen, damit die Aktion um 12 Uhr aufhören konnte. 


 Auch eine (vermutlich) religiöse Frau hat mitgemacht.


Das Leben geht nunmal irgendwie weiter im Iran.

Montag, 1. August 2011

Iran 2009: Eine Präsidentschaftswahl, hunderte verhaftete Journalisten (Teil 1)

Julias Blog - Im folgenden werden Reporter und Journalisten vorgestellt, die in den vergangenen zwei Jahren seit der Wahl von 2009 verhaftet wurden. Viele von ihnen wurden innerhalb weniger Monate wieder freigelassen, doch viele andere darben nach wie vor im Gefängnis. Die meisten von ihnen erhielten lange Haftstrafen, wurden zu Exil verurteilt und mit politischem, sozialem oder journalistischem Betätigungsverbot belegt.  Diejenigen, denen – gegen Hinterlegung astronomisch hoher Kautionen – kurze Haftunterbrechungen gewährt wurden, dürfen nicht mehr schreiben und das Land nicht verlassen. Zum Artikel