Montag, 31. Dezember 2012

Der Neujahrswunsch

Möge das Jahr 2013 ein besseres Jahr werden. Dass das Dach repariert wird. Und dem Menschen da draußen geholfen wird.

von Mana Neyestani

Sonntag, 30. Dezember 2012

Als das staatliche Fernsehen Irans eine tanzende Frau zeigte



Wir wissen, was Hijab für Islamische Republik bedeutet. Aber sie war bereit, einen nackten Mann und eine tanzende Frau (für uns mag das normal sein, wir reden aber hier vom iranischen Fernsehen) in ihrem staatlichen Fernsehen zu zeigen. Warum? Um zu zeigen, ihre Alternativen seien schlechter als sie selbst. Es handelte sich um eine politische Geschichte:

Israelischer Soldat oder Propaganda?


Noch ein Beispiel dafür, dass man nicht alles glauben darf, was in den Medien steht. Das rechte Foto geht seit Jahren durch das Netz und soll zeigen, wie Israel mit Kindern umgeht. letztes Jahr ist aber das ursprüngliche Foto publiziert worden, das Foto geht trotzdem weiter durch das Netz. Dieses Bild wurde angeblich 2009 in Bahrain während einer Straßentheater gemacht.

Heute sah ich eine iranische Webseite seine Leserschaft über das Foto informieren. Ich dachte, ich mache mit.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Nasrin Sotoudeh doch noch im Gefängnis!

Nach einem Telefonat eines Freundes von mir mit Reza Khandan (Nasrin Sotoudehs Mann) würde die Nachricht des Hafturlaubs (verbreitet durch Kaleme) dementiert. Es tut mit Leid.

Nasrin Sotoudeh im Hafturlaub

Nasrin Sotoudeh, iranische Anwältin, ist nach mehr als zwei Jahren Haft in ihrem erstem Hafturlaub.

Dienstag, 25. Dezember 2012

Mesbah: Viele glauben, Menschen hätten das Recht zu wählen


Ajatollah Mesbah Zazdi, bei der Bevölkerung auch bekannt als Temsah (dt. Krokodil), sagte in einer Rede:
"Zu den Menschen sollte man ehrlich sein. In diesem Fall würde Gott uns auch mit diesen Menschen behilflich sein. Einer der Fehler ist, dass Viele glauben, Menschen hätten das Recht, wen auch immer sie wollen, zu wählen."
Mesbah Yazdi ist einer der wenigen iranischen fundamentalen Ajatollahs, der sehr ehrlich seine Meinung in der Öffentlichkeit äußert. Er ist ein Vertreter des islamischer Staats, d.h. islamische Republik ohne Republik. Dass Ajatollah Chomeini das System zur Wahl stellte, bedeute nicht, dass er an eine Republik oder an das Wahlrecht glaubte.

Montag, 24. Dezember 2012

63%

Seit 2009 hat die Zahl 63 für uns Iraner etwas magisches. Erinnern Sie sich an die Parole "Lügner, Lügner, wo ist deine 63%"? Ahmadinedjad "gewann" nämlich die Wahlen mit 63%. Natürlich müsste ich auch schmunzeln, als ich gelesen habe, dass die Muslimbrüder von 63% sprechen.


Dienstag, 11. Dezember 2012

The Syrian crisis and the politics of the Shi’a clergy - Mehdi Khalaji


Clerics who claim they support the Palestinian cause, because Palestinians are Muslims and they have a religious duty to advocate the rights of all Muslims in the world, did not utter a word when the Chinese government killed more than 150 Muslims in China in 2009, strictly because doing so may have threatened Iran’s relationship with the Chinese government.
The Syrian crisis is another example of such silence, and should not come as a surprise to anyone who followed the record of the clerics’ sensitivities. The Shi’ite clergy, as a religious-economic organization, does not break any boundaries set by the Islamic Republic of Iran. Zum Artikel

Dienstag, 4. Dezember 2012

Islamische Republik Gibt Nach, Nasrin Sotoudeh Beendet Hungerstreik

Wir bekamen vor wenigen Minuten die frohe Nachricht, auf die wir lange warteten:

Nach 49 Tagen Hungerstreik ist das Ausreiseverbot von Nasrin Sotoudehs 12 jährige Tochter aufgehoben worden. Somit erreicht Nasrin Sotoudeh ihr Ziel und beendet ihren Hungerstreik. Herzlichen Glückwunsch.

Deutscher Bundestag: Nasrin Sotoudeh - Symbolfigur der Unterdrückten

"Inzwischen ist die Gefängnisstrafe auf sechs Jahre reduziert worden – ein Beweis, dass internationaler Druck, wie er im Falle Sotoudehs auf das iranische Regime ausgeübt worden sei, durchaus etwas bewirken könne, meint Nouripour." zum Artikel

Montag, 3. Dezember 2012

Eilaktion von Amnesty International! Nasrin Sotoudehs Situation ist alarmierend


Über Nasrin Sotoudeh muss ich nicht mehr viel schreiben. Sie ist deshalb im Hungerstreik, weil die iranische Regierung ihre 12 jährige Tochter ein Ausreiseverbot verhängt wurde. Über sie haben wir viel berichtet, die Presse auch, die deutsche Presse leider wie immer weniger (Die Zeit stellt fest, dass Teherans Schwachpunkt die Menschenrechte sind, aber das war es auch schon!)  ...

Bitte unterschrieben Sie diese Eilaktion von Amnesty International.

Mehr dazu:
Julias Blog: Reza Khandan: Nasrin wird bald nicht mehr aus eigener Kraft stehen können



Mittwoch, 21. November 2012

Warum Haben Sie Angst Vor Uns Bloggern?


Das war nicht das erste mal, dass ein politischer Gefangener in Irans Gefängnissen unter Folter ermordet wurde.  Das war auch nicht das erste Mal, dass ein Blogger im Gefängnis ermordet wurde. Als 2009 Omid Reza Mir Safayi getötet wurde,waren die Reaktionen nicht so groß. Klar: die Medien im Ausland schlugen Alarm. Aber die iranische Medien im Iran trauten sich kein Wort zu schreiben, obwohl der Blogger gar nicht so unbekannt war.


Zwei Jahre später starb der politische Aktivist Hoda Saber in Folgen eines Hungerstreiks. Auch da waren die Reaktionen nicht so groß wie erwartet. Und es gab weitere Ermordungen der politischen Gefangenen, Kahrizak, etc. .

Sattar Beheshti war kein bekannter Blogger. Nachdem sie ihn getötet haben, haben sie sehr selbstsicher gesagt, seine Familie solle "ein Grab kaufen und die Leiche morgen abholen". Was ist schon passieren? Warum soll das Regime dieses mal bei einem unbekannten Blogger Angst haben?


Für Sattat eheshti und Andere,
von Mana Neyestani


Die ersten Reaktionen zu Sattar Beheshtis Tod, lösten weitere Reaktionen der Verantwortlichen aus

Ein iranischer Blogger (Imayan) schrieb folgerichtig: "wir haben es verdient so erniedrigt zu werden" ...

Allgemein dürfte es uns 'kritisch denkenden' Bloggern klar sein, dass jeder von uns 'der Nächste' sein kann. Und überhaupt wird sich niemand darüber wundern, wenn wir etwas über Sattar Beheshtis Fall schreiben. Aber die Reaktionen waren dieses mal größer:

Dieses Mal schrieben auch systemtreue Blogger  Artikeln über Sattar Beheshtis Fall. Einer der bekanntesten unter ihnen ist zweifellos der Blogger Omid Hosseini aus den Reihen der Hisbollah von Teheran. Er verlangte, dass die Verantwortlichen reagieren und 'Verantwortung' zeigen.  Und: "Sattar Beheshti war nur ein Blogger. Wie kann ein einfacher Blogger es verdient haben zu sterben? Heißt das, dass das Regime wegen eines Bloggers sich gefährdet fühlt?"

Auf einmal will ein parlamentarischer Ausschuss den vermuteten Foltertod des inhaftierten iranischen Bloggers Sattar Beheshti untersuchen! Nicht, dass man sich große Hoffnungen machen sollte. Aber es ist immerhin etwas. Das heißt, der Druck hat Wirkung gezeigt. Noch besser: die offizielle Zeitung der Islamischen Republik reagiert! Die Zeitung 'Islamische Republik' schrieb: "hätte man in Kahrizak Fall regiert, würde Sattar Beheshti nicht passieren". Die gleiche Zeitung spricht auf einmal über ein paar Gesetze der Verfassung der Islamischen Republik die bisher komplett vergessen wurden. Es handelt sich um Paragraphen, dass wir in diesem Blog bereits gelesen haben! Klar schrieb diese Zeitung auch jede Menge schrott, wichtig ist aber, dass auch ihre Leser über den Fall informiert werden.

Von Parlamentsabgeordneten kommen widersprüchliche Äußerungen zum Tod von Beheshti.. Der eine sagte, es gab keine Anzeichen von Folter. Der andere kritisiert das Schweigen der Anderen. Der erzkonservative Ahmad Tavakoli rief die Justiz auf, die Repressionen gegen Blogger einzustellen und sich auf korrupter Regierungsmitglieder zu konzentrieren! Seine Motivationen mögen uns an dieser Stelle egal sein. Wichtig ist nur, dass der Fall offiziell wurde. Das allein macht die Wiederholung solcher Fälle in der Zukunft unwahrscheinlicher.

Den Mördern auf den Spuren
von Mana Neyestani

Dann wird im Namen der Gerichtsmedizin geschrieben, dass die Untersuchungen des Todes von Sattar Beheshti durch seine Abteilung auf eine natürliche Todesursache hindeuteten. Laut der Webseite Kaleme aber bestreitet die Gerichtsmedizin dies und behauptet, Sattar Beheshtis Todesursache "dürfen wir nicht veröffentlichen".



Warum Haben Sie Angst Vor Uns?

Tag und Nacht schreiben Systemtreuen Autoren, wir gütig und fehlerfrei ihr Führer sei. Ajatollah Seyyed Ali Khamenei weigert sich seit dem Amtseintritt, Pressekonferenzen zu geben: Er muss keine Fragen beantworten. Mehrere iranische Blogger, sowohl unter echten als auch unter Pseudonym kritisieren aber den Führer täglich. Sattar Beheshti war einer von ihnen (seinen letzten Blog Beitrag können sie hier auf Englisch lesen). Journalisten wie Ahmad Zeidabadi und Saharkhiz sitzen deshalb seit Jahren im Gefängnis, weil sie alle erzählen, dass der Kaiser nackt ist.

Imayan schreibt darüber:
"Ohne die simplen Notizen der Blogger wären die Geheimnisse der Wahlmanipulation von 2009 nicht  aufgedeckt. Über die große und kleine Fehler des Revolutionsführers würde heute nicht so großflächig gesprochen. Und viele andere Dinge wären heute nicht passiert. Denkt daran, es gebe keine virtuelle Welt; wie viele Reaktionen gebe es in Sattar Beheshtis Fall? [...] Warum sind Mousavi und Karroubi im Hausarrest? Ich denke, die Demos von 25 Bahman waren nur ein Teil der Geschichte. Sie haben in ihren letzten Statements vom Regieren der Pharaonen gesprochen (Zitate aus dem Koran gebracht). D.h. sie haben Chamenei als Hauptproblem dargestellt, während sie anfänglich allgemeiner sprachen, d.h. vom System und solchen Wörtern Gebrauch machten."
Das sind alles Gründe, dass unsere Blogs im Iran gefiltert wurden (hier können sie nachsehen, welche Webseiten im Iran gefiltert sind). Deshalb haben sie Angst vor uns und aus dem gleichen Grund wollen sie, dass wir auch vor ihnen Angst haben. Warum soll ich lügen? Wir haben auch Angst vor ihnen. Es ist eine Sache, wenn sie mich verhaften würden und eine Andere, wenn sie mich an eine Decke hängen und bis zum Tod schlagen würden. Es gibt natürlich auch Blogger, die behaupten, dass sie keine Angst vor so etwas hätten, solche wie Dr. Khazali und  Nourizad. Den meisten aber fehlt heutzutage allein der Glaube!

Dienstag, 13. November 2012

Nasrin Sotoudeh darf ihre Kinder sehen

Julias Blog - 12. November 2012 – Eintrag aus der Facebook Seite von Reza Khandan, dem Ehemann der seit 27 Tagen im Hungerstreik befindlichen inhaftierten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, die derzeit im Geheimdiensttrakt 209 des Evin-Gefängnisses in Einzelhaft sitzt.

“Als Nima heute nach dem Besuch bei seiner Mutter wieder herauskam, wischte er sich als erstes den Kuss seiner Mutter von der Wange und sagte zu mir: ‘Mama hat gesagt, ich soll diesen Kuss aufheben und dir geben, wenn ich wieder draußen bin.’

Nach dem, was gestern passierte, haben sie uns vom Gefängnis aus gestern Abend angerufen und gesagt, wir sollten die Kinder hinbringen, sie könnten Nasrin besuchen. Die Kinder durften ihre Mutter ein paar Minuten lang an sehen, an einem anderen Ort als dem üblichen Besucherbereich und im Beisein von Sicherheitskräften. Die Kinder haben ihrer Mutter von der Schule erzählt, von den Hausaufgaben und was sie sonst so machen.

Leider durfte keiner von uns die Kinder zu Nasrin begleiten. Wir wurden nicht einmal mit ihnen ins Gefängnis hineingelassen, um uns zu vergewissern, dass sie von den Wachen am Eingang durchgelassen wurden.

Nasrins Hungerstreik geht weiter.”

Montag, 12. November 2012

Falsche Hoffnungen: Nasrin Sotoudeh darf am 26. Tag ihres Hungerstreiks ihre Kinder nicht sehen

Mehraveh and Nima Khandan

Julias Blog - Eintrag aus der Facebook-Seite von Reza Khandan (Ehemann der seit nunmehr 26 Tagen im Hungerstreik befindlichen und in Einzelhaft sitzenden Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh):

"Die Staatsanwaltschaft hat uns heute kontaktiert und mitgeteilt, dass die Kinder ihre Mutter besuchen und persönlich treffe dürfen. Gegen 13 Uhr gingen wir zum Büro der Staatsanwaltschaft am Teheraner Basar, um die Besuchserlaubnis abzuholen. Dann holten wir Mehraveh von der Schule ab und fanden uns pünktlich im Besucherbereich des Evin-Gefängnisses ein. Wir hatten auch Nima dabei, der erkältet ist.


Im Besucherbereich wurde uns mitgeteilt, dass wir zum Haupteingang des Gefängnisses gehen müssten. Normalerweise dürfen Gefangene ihre persönlichen Besuche empfangen, wenn [die Besucher] ein entsprechendes Schreiben vorlegen. Am Haupteingang legten wir den Brief mit der persönlichen Besuchserlaubnis vor. Nima, der an Asthma leidet, erlitt wegen seiner Erkältung und der schlechten Luft einen Hustenanfall.

Das Verwaltungsbüro des Gefängnisses schloss, und eine Stunde nach Ablauf der offiziellen Besuchszeit und langem Warten kehrten wir extrem enttäuscht nach Hause zurück, ohne Nasrin gesehen zu haben.

Die Kinder behielten das Gefängnistor dreieinhalb Stunden lang im Auge. Jedes Mal, wenn die Tür sich öffnete, warteten sie geduldig darauf, dass ihre Namen gerufen würden und sie ihre Mutter sehen könnten. Aber nichts dergleichen geschah.

Es schien, als hätten sie alle zusammen dafür sorgen wollen, dass unsere Kinder heute leiden. Ich bin sicher, dass sie mit Nasrin in ihrer Gefängniszelle noch hässlichere Spiele treiben. Wenn sie das erfolgreich zu Ende gebracht haben, wird unser Land vermutlich blühen, unsere Wirtschaft wird boomen, Armut, Sucht und Arbeitslosigkeit werden ausgemerzt sein, und unser Land wird großartig dastehen vor der ganzen Welt!”

Reza Khandan
Teheran, 11. November 2012

Wenn Sie Nasrin Sotoudeh und ihre Familie helfen möchten, unterstützen Sie bitte die entsprechenden Aktionen von Amnesty International, z. B. hier. Vielen Dank!

Mittwoch, 7. November 2012

Sie töteten einen Blogger unter Folter

Folgende Meldung ist leider bestätigt worden. Sattars Familie gab bereits Interview zu Rooz Online und Saham News:

Julias Blog - Genau eine Woche nach seiner Verhaftung durch die iranische Cyber-Polizei ist der Arbeiteraktivist Sattar Beheshti an den Folgen der Folter im Gefängnis gestorben.

Beheshtis Schwester erklärte gegenüber Kalemeh, die Behörden hätten ihren Ehemann angerufen und ihn angewiesen, Beheshtis Mutter auf die Todesnachricht “vorzubereiten”.

“Sie sagten, er solle ein Grab kaufen und die Leiche morgen (am 7. November) abholen. Mehr nicht! Wir wissen nichts. Wir wissen nicht, warum sie ihn getötet haben oder was ihm genau zugestoßen ist. Wir wissen nicht, was passiert ist. Meinem Bruder ging es gut, als er das Haus verließ. Er ging auf seinen eigenen zwei Beinen. Jeder konnte sehen, dass er gesund war. Mein Bruder nahm nicht einmal Kopfschmerztabletten.”

“Sie haben uns gesagt, dass wir niemandem Interviews geben sollen”, ergänzte die Schwester. “Sie haben gesagt, dass er Herzprobleme hatte.”

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Sattar Beheshtis schrieb in seinem letzten Blog Artikel am 29. Oktober, dass er gedroht wurde: "Sag deiner Mutter, sie soll schwarz tragen, dein Maul ist zu groß, du redest zu viel. Ich sage, ich mache nichts, weshalb man meinen Mund zu machen müsste, Ich schreibe was ich höre und sehe, sie sagen wir machen das, worauf wir Bock haben. Ihr sollt still werden, sonst werdet ihr sterben ..."

Freitag, 2. November 2012

Nasrin Sotoudeh, Hungerstreik, Verhaftungen und Ein Paar Worte


Nasrin Sotoudeh ist aus Protest gegen die schlechte Behandlung ihres Mannes und ihrer beiden Kinder bereits seit 16 Tagen im Hungerstreik.

Es gibt immer wieder neue Verhaftungen der (z.B. diese Massenverhaftung, oder diese zwei Konvertiten, oder diese vier Facebook-Nutzer, oder diese 19 Bahais). Die Situation der politischen Gefangenen ist nicht gut. Solch eine Nachricht ist nichts neues:

Mehrere weibliche politische Gefangene sind aus Protest gegen jüngste Übergriffe der Gefängniswärter von Evin auf den Frauentrakt, bei dem weibliche politische Gefangene beleidigt und schikaniert wurden, in einen Hungerstreik getreten (mehr auf Julias Blog)
Heute kann ich diese politische Gefangene nicht befreien, wollte aber mal wieder ihren Namen auch hier erwähnt haben. Denn das ist was wir im Internet machen können: An sie denken und von ihnen erzählen. Als nächstes wollte ich mich bei Julia und Arshama dafür bedanken, dass sie immer noch täglich den deutschsprachigen Raum über die Ereignisse im Iran benachrichtigen.

Persönlich kann ich im persischsprachigen Raum viel effizienter arbeiten, werde aber weiterhin auch hier bloggen.

Montag, 29. Oktober 2012

Warum Säkularisierung Für den Iran Nicht Gut Ist


In der westlichen Welt hört man oft, dass eine westliche Demokratie für die 'islamischen Welt' nicht unbedingt gut sei. Man solle doch lieber den kulturellen Rahmen berücksichtigen. Beim genaueren Erforschen und Hingucken der Geschichte und Gesellschaft des Irans kam auch ich zu dem Schluss, dass es stimmt: Eine Säkularisierung wurde dem Iran nur schaden. Hier die Gründe:

Die philosophisch-geschichtliche Begründung:

1. Wir wissen zwar, dass Europäer nicht immer gottlos waren und dass ihre Kultur nicht vom ersten Tag an eine Laizistische war, aber die Aufklärung und der Säkularisierungsprozess Europas waren genetisch bedingt. Deshalb meinen hoch intellektuelle Iraner wie Souroush, dass die Zukunft nicht den 'Moslem fressenden Heiden' gegeben werden soll.

2. Dass ein Iraner wie Dr. Soroush Feuerbach verstehen kann und hoch aufgeklärt ist, liegt nur daran, dass er täglich seinen blauen Blut mit rotem, europäischem Blute tauscht. Natürlich kann man so etwas nicht dem ganzen iranischen Volk antun.

3. Saddam Hussein war säkular.

Die 'Ich Liebe Herausforderungen' Begründung:

- Es ist langweilig einen Weg zu schlagen, dass die Menschheit bereits kennt! Es ist viel cooler, einen Weg zu finden, den noch niemand kennt.

Die Anti-Islamische und gleichzeitig arische Begründung:

Iran bedeutet per Definition 'Land der Arier'. Das Problem des Irans ist tatsächlich der Islam. Die Mischung von Religion und Staat ist aber nicht immer gefährlich. Zaroastrismus ist das Paradebeispiel für eine Religion, die sich zum Regieren gut aneignet. Sie ist nämlich eine arische Religion. Es ist außerdem keineswegs rassistisch zu behaupten, dass wir was besseres sind als die Araber, es ist halt wissenschaftlich bewiesen. Informieren Sie sich besser diese pure Realität in Frage stellen.

Weitere Schlussfolgerungen:
                                       Diese lehrreiche Analogie habe ich hier gefunden

- Also, Redet bitte nie von etwas, wovon ihr nichts versteht!
- Seien Sie bitte ein bisschen tolerant.
- Und zum guten letzt:

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Videos von den Heutigen Unruhen

"Lass Syrien in Ruhe, Finde für uns eine Lösung"




Geschäftsleute werden aufgerufen, ihre Geschäfte zu schließen.


Parolen gegen Regierung + "Keine Angst, keine Angst, Wir sind alle miteinander"



Lesen Sie z.B:
Iraner protestieren gegen Währungsverfall (Süddeutsche)
Irans Polizei setzt Tränengas gegen Regimekritiker ein (Spiegel)
Demonstrationen und Tränengas in Teheran (Die Zeit)

Freitag, 28. September 2012

Die Angst der Ideologien und Religionen vor Lachen [Hubert Schleichert]

[Hubert Schleichert]

Ideologien aller Art, besonders auch Religionen, hassen das Lachen, weil sie wissen, wie gefährlich es ist. Wer über eine Sache lacht, hat keine Angst mehr vor ihr. Deshalb wird das Lachen oder selbst das Lächeln so rigoros verfolgt und bestraft. Im Heiligtum (und wenn darin ein atheistischer Diktator einbalsamiert ist) darf nicht gelacht werden, Lachen nimmt dem Heiligtum seinen Schauder. Ideologien verlangen für sich besonderen Respekt. Folglich muß, wer trotzdem den Mund verzieht, als respektloses Subjekt, als Lästerer empfunden werden. Jede Diktatur verfolgt den politischen Witz gnadenlos; und in religiösen Dikaturen ist die Verhöhnung der Religion ein kriminelles Delikt.

Der Haß der Ideologien auf das Lachen und die Angst davor sind universelle Phänomene, die sich, wie der Fanatismus, unablässig wiederholen. Das hat schon Nietzsche konstatiert:

Und immer wieder wird von Zeit zu Zeit das menschliche Geschlecht dekretieren: »Es gibt etwas, über das absolut nicht mehr gelacht werden darf.


Die Angst vor dem Lachen ist Angst vor dem Denken. Anstatt auf Befehl die Augen zu schließen und eine Doktrin gläubig hinzunehmen, wagt der Respektlose noch einen Blick mehr, eventuell einen Blick hinter die Kulissen. Er sieht wohlbekannte, gar nicht respektable Dinge, er fühlt sich an allerlei komische Dinge erinnert. Dabei sieht er die heiligen Kühe als gewöhnliches Rindvieh. Wer einmal über eine Ideologie, ein Dogma, ein scheinbar weltbewegendes Problem von Herzen gelacht hat, wird dabei nie mehr dieselben heiligen Schauer empfinden wie zuvor.
Wer am gründlichsten töten will, der lacht. Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man
Aber es ist klar, das befreiende Lachen, diese Vorstufe zum endgültigen Desinteresse an einer Ideologie oder Religion, kann naturgemäß nur am Ende einer langen Entwicklung stehen. Einzelne Stadien oder Epochen einer solchen kritischen Entwicklung sollen im folgenden skizziert werden.

Quelle

Donnerstag, 27. September 2012

Der Cartoon, der zur Schließung der Tageszeitung "Shargh" Führte


von Hadi Heydari 

1. Der obige Cartoon ist tatsächlich der Cartoon, der zur Schließung der Reformern nahen, sehr professionellen, Zeitung Shargh führte! Auch im Jahr 2006 führte eine Karikatur zur Schließung der gleichen Zeitung.

2. Das Ministerium für Kultur und Islamische Führung ließ erklären, die Zeichnung sei eine “Beleidigung der Soldaten der heiligen Verteidigung”, das ist der offizielle Ausdruck für den achtjährigen Iran-Irak Krieg. Während des Kriegs hatten iranische Soldaten Bändern mit heiligen Worten auf ihren Stirnen. Das ist zu viel interpretiert, denn die Menschen im Cartoon sind weder bewaffnet, noch haben sie militärische Uniformen.

Kurz gesagt: für mich ist der Cartoon nur eine Ausrede für die Schließung von Shargh gewesen.

3. 120 Abgeordente des Parlaments unterschrieben eine Erklärung gegen die Zeitung Shargh. So ein willenloses Parlament ist nur dafür geeignet, belustigt zu werden, selbst von einem heute schwachen Präsidenten Ahmadinedjad.

4. Natürlich haben iranische Cartoonisten darauf reagiert:

unten links steht: Beleidigung der Soldaten ... Wird Shargh geschlossen?
Im Sprechblasen steht: "Das ist eindeutig, dass dieser Cartoon die Soldaten beleidigt"
Ein Meisterwerk von Mana Neyestani, veröffentlicht in Mardomak


von Nikahang Kowsar, Roozonline

Vergleichbare Artikel:
Your middle east: Controversial cartoon led to ban on reformist Iranian newspaper
Julias Blog: Tageszeitung “Shargh” geschlossen

Freitag, 14. September 2012

Stärkt Libyer die Gegen Gewalt auf die Straße Gehen


Es gibt kaum Berichte über Menschen, die gegen Gewalttaten auf die Straße gehen. Wir können sie stärken, indem wir ihre Stimme werden. 

Muslime die Wir Mögen

Westliche Medien sollten auch von solchen Versammlungen berichten,
um Muslime die gegen Gewalt aktiv sind, zu stärken.

1. Es gibt Muslime, die Ausschnitte aus einem langweiligen Film anschauen,  um zu sehen, wie ihr Prophet beleidigt wird. Dafür bestrafen sie Menschen, die nichts damit zu tun hatten. Der veröffentlichte Teil des Films "innocent of muslims" ist so billig und schlecht, dass ich trotz des ganzen Skandals es nicht geschafft habe, die 13 Minuten auszuhalten. Die radikale Muslime sind wohl der einzige Grund, warum bis heute mehr als 2,5 Millionen Menschen auf dem Video geklickt haben.

2. Es gibt aber auch Muslime, die aktiv gegen die fanatischen, gewalttätigen Muslime auf die Straße gehen. Sie wollen ihren Islam präsentieren. Auf dem Foto oben sehen wir eine Frau mit Kopfbedeckung, eine ohne.  Sie wollen der Welt sagen, dass ihr Islam ein friedlicher Islam ist. Ein Islam, der nicht für das Töten steht. Und sie wollen das Töten im Namen ihrer Religion stoppen. Die Muslime mögen wir.

Donnerstag, 13. September 2012

Was Machen Eigentlich die Besetzer der Amerikanischen Botschaft von 1979 Heute?

Botschaften zu stürmen ist anscheinend in manchen Ländern immer noch eine Mode! Nach Ägypten und Libyen hat die Welle auch Jemen erreicht (Die Welle die Martin Rhue beschreibt, ist nicht viel anders, denke ich). Auch in Berlin hat scheinbar irgend ein Idiot versucht auf die Schlagzeilen zu kommen. Darüber sollen und werden die Medien viel schreiben. Wir befassen uns aber hier aber wie gewohnt mit dem Iran:

1979 hatten die islamistische Studenten im Iran die amerikanische Botschaft gestürmt. Was war ihr Motiv? Und was machen die radikale Studenten von damals heute?

1. Behzad Nabavi sagte, dass die Geiselnahme von 1979 nicht deshalb statt gefunden hat, weil sie Amerika bekämpfen wollten, sondern um die Liberalen (gemeint sind die melli-mazhabis, die national-religjösen) vom System zu entfernen [1].

Später erzählte man Behzad Nabavi, dass Bazargan zuvor dreimal zurücktreten wollte und nicht an der Macht bleiben wollte. Die Geistlichkeit wollte aber von Bazargan regieren lernen und langsam die Macht übernehmen [2]. Behzad Nabavi zählt heute zu den bekanntesten Reformer und war nach den gefälschten Präsidentschaftswahlen im Gefängnis.




2. Ebrahim Asghar Zade, einer der Mitglieder des Zentralkomitees der Botschaft Übernahme,  ist heute ebenfalls ein Reformer. Er verteidigt die Besetzung bis heute, ist aber bereit sich dafür zu entschuldigen, falls dies die diplomatischen Beziehungen der Länder helfen würde. Er bestreitet, dass die Botschaftsbesetzung geplant war, und behauptet, dass die Unterstützung von Ajatollah Chomeini und die Versammlung der Menschen vor der Botschaft [ihm und seinen Mitdenkern] keine andere Wahl ließen [als die Botschaft zu besetzen]  [3].




3. Mohsen Mirdamadi, ein weiterer Mitglied des Zentralkomitees der Botschaft Übernahme, ist heute der Generalsekretär der Mosharekat Partei  (Partizipationsfront des islamischen Irans), die mittlerweile mehrfach für verboten erklärt wurde.




Die anderen Mitglieder des Zentralkomitees der Botschaft Übernahme sind heute nicht in der Politik tätig.

Unter den anderen Besetzern findet man aber noch viel Prominenz:

4. Said Hajjarian, Kopf der Reformisten (s.a. den Artikel wie leistet man im Iran zivile Ungehorsam), musste in einem Schauprozess gestehen, dass alles, was er bisher über Geisteswissenschaften gelesen hat, falsch sei und nicht mehr an den Universitäten unterrichtet werden solle! Heute sitzt Hajjrian muss wegen eines terroristischen Attentats im Rollstuhl.



Weitere, heute noch bekannte Besetzer sind:

6.  Mohammad Reza Khatami (Bruder des Ex-Präsidenten Mohammad Khatami) gehört zu den führenden Reformer. Wahlsieger der Parlamentswahlen von 2000 des Bezirks Teheran durfte 2004 nicht mehr kandidieren (s. Wächterrat).

7.  Abbas Abdi, einer der bekanntesten Journalisten im Lager der Reformer, ist mehrfach wegen Ausübung von Kritik verhaftet worden. Abdi hat bis heute in vielen Seminaren für seine Tat Reue gezeigt. Dafür wurde er von den staatlichen Medien wie Kayhan sehr oft angegriffen.

8. Masoume Ebtekar, Journalistin und ebenfalls führende Politikerin der Lage der Reformer. Ihre beachtliche Umweltschutzaktivitäten wurden vielfach gelobt. Das Umweltprogramm der Vereinigten Nationen ehrte sie als einer der sieben "Champions of the Earth" im Jahr 2006. Guardian bezeichnete sie als einer der "50 Menschen, die die Welt retten können".

Fußnote:
[1 ] Quelle: http://fararei.wordpress.com/2011/07/20/06/ aus dem pers. Buch "Islamische Revolution, vom Sieg bis zur Stabilisierung"  (انقلاب اسلامی از پیروزی تا تحکیم،عباس شادلو،نشر وزرا،ص 105)
[2]  Quelle: http://www.cloob.com/profile/memoirs/one/username/mehdi135909/memid/2933457 aus dem pers. Buch "Sturz der Regierung von Bazargan" (سقوط دولت بازرگان، انتشارات قلم، صفحه 209، 1383)
[3] Quelle: Wiki (pers.)

Dienstag, 11. September 2012

Illusion therapy: How to impose an economic shock without social pain


Contrary to the popular belief, the Iranian government doesn't work without any plan. You don't agree? Let us read some parts of this article (you may read the full article here):

Illusion therapy: How to impose an economic shock without social pain

ordered by Department of Planning and Budgeting, Research Center of Iran’s Parliament, 1583745714, No 131, Sepahbod
Gharani Street, Tehran, Iran
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Abstract
This study attempts to demonstrate how a government launched an economic structural reform plan that
previous governments, fearing a serious social backlash, had been unable to implement over the course
of 30 years. The findings show that the Iranian government used “illusion therapy”, a package of econopsychological
techniques, to implement IMF-backed “shock” economic reforms to long-standing energy and food subsidies, without facing the expected social reaction.

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Table 1 (Pg 105 - [7/13])
The causes of social acceptance of subsidy reforms.

1 Uncertainty about the amount of the change in the welfare of the household 
2 Distribution of resources resulting from the removal of subsidies and other sources 
3 Uncertainty about the amount of inflation resulting from the plan
4 Ambiguity and information confusion about the procedure, timing and the results of the implementation of the plan
5 Information bombardment (fierce campaign in the state media about the “necessity” and the “interests” of the implementation of the plan)
6 Information blackout (classification of some national statistics such as unemployment and the inflation rate to create or maintain the illusory atmosphere)
7 Announcement of multiple prices for the goods that were to have their subsidies removed
8 Repeated false or somewhat false news and media shocks imposed on public opinion, months and even one to two years before the execution of the Plan that released the emotional energy of the society and reduced the social sensitivity to the plan and accustomed them to the final shock
9 Some price controlling measures associated with the implementation of the plan 
10 Other factors

To study the situation at the “crowd level” and to analyse the behaviour of the people during the shock, the researcher, as an advisor to one of the most watched economic programs on national television at the time of shock, With You (“Ba-Shoma”), designed a sequential series of polls and the show asked the people to participate in it daily via text message. The survey was conducted three months after the shock, when no social backlash was seen in the short run. Approximately fifty to eighty thousand people participated each day. The geographical distribution of the participants was countrywide, approximately two thousand people for each province (Iran has 31 provinces).
The results of the TV survey showed that that most participants felt that their economic situation had either worsened or had not improved three months into the plan. To measure individuals’ sentiments, two questions of different types were posed to clarify the results should the responses prove contradictory. The first question asked viewers “What percentage of your increased expenses have been compensated for by the subsidies you have received?” Only 4% believed that the amount they received exceeded the increase in costs.
Two days later, the same question was posed another way to evaluate the compatibility of the answers. Viewers were asked: “In your opinion, how has the subsidy reform plan affected your life?” Only 15% believed that the reform plan has improved their living conditions.
Comparing the results of the two polls, the general feeling of the people is that the Subsidy Reform Plan was not in their interest.
But, how do individuals view the impacts of plan on the other strata of “society”?. . . On another program, they were asked to answer this question via SMS: “In your view, what changes have reform plan created for people in various walks of life?” In this question, it was emphasised that individuals not consider their own situation when answering the question.
Answers changed markedly. Only 37% believed that the plan had worsened living conditions. Comparing the results of this opinion poll with the two previous polls shows that individuals do not have appreciable illusions about themselves but they do have illusions regarding the social general situation.

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Conclusion


The study shows that the illusion therapy caused the social energy directed against the reforms
to be released over a longer time horizon instead of explosively in the short run.

Samstag, 8. September 2012

Der zu Tode Verurteilte Pfarrer Nadarkhani ist Freigesprochen Worden



Nadarkhani, der vom Islam konvertierter Pfarrer, ist heute von Apostasie freigesprochen worden und hat heute das Gefängnis nach 3 Jahren Haft verlassen. Laut seinem Anwalt Dr. Dadkhah ist Nadarkhani wegen "Propaganda gegen des Systems" zu 3 Jahren Haft verurteilt worden.
(mehr Fotos)

Donnerstag, 6. September 2012

Ahmadinedjads Nachfolger, Wenn Es Nach Ihm Ginge



Fernsehmoderator: Es bleibt Ihrer Regierung nur noch ein Jahr.
Ahmadinedjad (lacht): Woher wissen sie das?
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Spaß bei Seite. Ahmadinedjad fügte hinzu: Die Regierung ist ein Teil des Volks. Das Volk ist immer da. Die Ideale des Volks gehen nie zu Ende.

Quelle: Isna

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Mashaei (Wiki), der umstrittenen Berater Ahmadinedjads, dessen unorthodoxe Ansichten über die Rolle der mächtigen Geistlichkeit und die Bedeutung der seiner Meinung nach vor dem Islam rangierenden iranischen kultureller Werte für Empörung unter den Hardlinern im politischen Establishment gesorgt hatten, erklärte sich vor kurzem Bereit, für die nächste Präsidentschaftswahlen anzutreten. Mashei ist übrigens der Grund für die Distanzierung zwischen Ahmadinedjad und Chamenei. Ahmadinedjad hat für Mashaei einen großen Preis bezahlt, gab ihn trotzdem nie auf.

Von Mashaei war in den letzten Monaten nichts zu hören. Man rätselte über die mögliche Gründe seiner Abwesenheit lange Zeit. Möglich wäre, dass er Ahmadinedjad von der Kritik der Presse und Druck der Chameneisten fernhalten wollte. Zuvor galt er für Viele als "nächste Präsident Irans". Das rätseln um Mashaeis zukünftige Rolle dürfte wieder beginnen.

Dienstag, 4. September 2012

Syrien auf Persisch heißt Bahrain!

Syrien auf English: Syria
auf Französisch: Syrie
auf Italienisch: Siria
auf Persisch: Bahrain

Irans Staatsmedien ersetzen in einer kritischen Rede des ägyptischen Präsidenten Mursi das Wort "Syrien" einfach durch "Bahrain" (mehr auf Financial Times). Oder war es nur eine technische Panne?

Journalistin Jila Bani Yaghoub auf dem Weg zum Gefängnis (Foto)


Sie war während der Proteste gegen den umstrittenen Wahlsieg Mahmoud Ahmadinejads bei den Präsidentschaftswahlen von 2009 verhaftet worden, ebenso wie ihr Mann, der Journalist Bahman Ahmadi Amouie, der derzeit eine fünfjährige Haftstrafe ableistet [Text aus Julias Blog].

Dienstag, 28. August 2012

Iran's Foreign Policy looks like this (2)

Nachtrag: So viel Mitleid der iranischen Regierung für Muslime weltweit ... Wenn es darauf ankommt, schüttelt man auch die Hände mit "Mörder der Muslime".

A Struggle for Freedom: Iran's Foreign Policy looks like this (2):
Do you remember Islamic Republic condemning Burma for "Genocide on Muslims?" On the picture above you see the Iranian foreign minister shaking hand with Burmese foreign minister!

see also:
Iran's Foreign Policy looks like this 
NYT: Gathering Hope in Tehran

Donnerstag, 23. August 2012

Iranische Regierung Verhaftet Freiwillige Hilfskräfte in den Erdbebengebieten




Mehrere freiwillige Hilfskräfte die nach Erdbebengebieten reisten, darunter der Blogger Ronaghi Maleki, der aus medizinischen Gründen im Hafturlaub war, sind verhaftet worden. Die Webseite Hrana berichtet, dass mindestens 36 Freiwilligen verhaftet wurde.



Zwar hatten die freiwilligen Gruppen sich bereit erklärt, mit Organisationen wie dem roten Kreutz zusammenzuarbeiten, beschwerten sich aber über die Einmischungen der IRGC (Sepah). Diese haben laut der Webseite Kaleme versucht die Hilfsgüter zu beschlagnahmen, sogar Hilfsgüter die aus der Türkei kamen!   "Die Mitarbeiter des roten Kreuzes saßen irgendwo und schauten alles nur zu. Als sie gefragt wurden, warum sie nichts machen, sagten sie: 'Sepah lässt uns nicht arbeiten' "!



Laut einer Quelle von BBC Persisch sind die Aktivisten vorher gewarnt worden, verhaftet zu werden. Einige Stunden vor der Verhaftung sagte Ronaghi Maleki dieser Quelle, dass Sicherheitskräfte präsent sind und auf Verhaftungsbefehl warten.

Saham News, Karroubi nahe Webseite veröffentlichte in diesem Zusammenhang ein Interview mit einem der freiwilligen Hilfskräfte Amir Kalhor. Er sagte, dass staatliche Organisationen nicht darauf achteten, was die Menschen wirklich brauchten. Die Freiwilligen versuchten diese Löcher zu füllen. Er sagte: "anscheinend leben wir in einem Land, in dem Hilfe an Landsleute auch gesetzwidrig ist."

Es klingt wie eine Verschwörungstheorie, entspricht aber leider die Wahrheit.

Samstag, 18. August 2012

Foto: Das Iranische Volk Übernimmt Erdbeben Hilfe Selbst in Die Hand


Das Iranische Volk Übernimmt Erdbeben Hilfe Selbst in Die Hand; Regierung Versucht Sie zu Verhindern!

Das Vertrauen zu der Regierung ist weg. Komplett weg: Menschen im Iran merken, dass ihre Landsleute im Nordwesten Hilfe brauchen. Außer dem roten Kreuz vertrauen sie aber keine weitere Organisation.

Was macht man dann? Man schickt sein Geld an vertrauenswürdige Personen, die aus den Erdbebengebieten kennen. َAktivisten aus sozialen Netzwerken wie Google Plus, Facebook oder Twitter bildeten verschiedenen Hilfsgruppen, reisten nach Erdbebengebieten und stellen Fotos aus LKWs mit Hilfsgüter im Netz:


Erdbeben Hilfe aus Mashhad
Helfen Sie mit

Der Blogger Hossein Ronaghi Maleki, der gerade im Hafturlaub ist, hat auf seiner Facebook Seite berichtet, dass er und seine Freunde mit 4 LKWs auf dem Weg nach den Erdbebengebieten seien. 

Und was macht die Regierung? Sie Sperren Bankkonten, die wegen der Erdbeben Hilfen bekannt wurden. Warum? Der Regierung ist das fehlende Vertrauen sehr peinlich. Dies ist aber nicht der einzige Grund. Erinnern Sie sich an dem Artikel "Wie Können Wir Menschen Verteidigen?". Die Regierung hat Angst vor unserer Einheit. Sie haben Angst davor, dass dabei neue, starke Gruppen gebildet werden. 

Soziale Netzwerke der Iraner sind gerade voll von solchen Bilder:

In diesem Bild sieht ihr Teherans Künstler, die sich vor einem Kino gesammelt haben, um Hilfe zu sammeln. In dem Foto unten rechts sieht ihr übrigens den Filmemacher Jafar Panahi










Vergleichbare Artikel:
Erdbeben Bebt Nordwesten Irans, Iranisches Fernsehen Berichtet Aber Nicht Davon
humedica: Nach schweren Beben im Norden Irans: Internationale Hilfe nun zugelassen

Donnerstag, 16. August 2012

Der Diktator Lässt 90 Politische Gefangene Frei

Sie waren in Abteilung 350 des Evin-Gefängnisses (Foto von Gestern)

Der Diktator Seyyed Ali Chamenei verzeiht 90 unschuldige politische Gefangene. Wir freuen uns sehr auf seine Entscheidung. Wir wissen aber, dass er nicht aus Mitgefühl gehandelt hat. Meine persönliche Vermutung ist es, dass der Druck vom Ausland und die Meinung der Öffentlichkeit gewirkt haben. 

Bisher ist der Name von 77 von Ihnen bekannt geworden. Darunter sieht man weniger prominente Personen. Der Prominenteste von ihnen ist Dr. Sholeh-Saadi (Im Bild oben: Der man in der Mitte mit Krawatte ), der früherer Parlaments abgeordnete und Jura Professor. Tehran bureau stellt ein paar weitere von ihnen vor. 

Persepolis (Comic) vs Reality

Quelle: Die Facebook Seite "Ich hasse die Sittenploizei"

Sonntag, 12. August 2012

Erdbeben Bebt Nordwesten Irans, Iranisches Fernsehen Berichtet Aber Nicht Davon


Wegen eines Erdbebens im Nordwesten Irans sind bisher mehr als 180 Menschen gestorben. Das staatliche Fernsehen sendet aber vielmehr Ramadan Gebete, Bilder von religiösen Zeremonien und berichtet davon, dass Menschen in Syrien Assad schützen! BBC Englisch scheint sich viel mehr für die Menschen im Iran zu interessieren. 

Die Anzahl der Opfer ist sicherlich viel mehr als das. Es ist außerdem zu erwähnen, dass Iraner im Ausland wegen der Sanktionen leider keine Hilfsgelder überweisen können.

Sonntag, 29. Juli 2012


Sieht, wie schrecklich das Sprechen ist: der größte Respekt für jeden ist, dass man eine Minute für ihn schweigt.

Dienstag, 24. Juli 2012

Ehemaliger Karroubi-Berater gibt nach seinem Rücktritt Interview

[Julias Blog] Rooz Online, 23. Juli 2012 - In einem Exklusivinterview mit Rooz Online hat Mojtaba Vahedi, der ehemalige Sprecher des weiterhin unter Hausarrest stehenden Führers der Grünen Bewegung Mehdi Karroubi, mitgeteilt, dass er seine Tätigkeit als Berater Karroubis beenden werde. Auf seiner persönlichen Webseite veröffentlichte er einen Brief, in dem er schreibt, er glaube an “den vollständigen Sturz des Regimes, das im Namen der Religion geschaffen wurde”. Da Karroubi weiterhin an “die Islamische Republik in der Definition Ayatollah Khomeinis” glaube, habe er beschlossen, seine dreißgjährige Zusammenarbeit mit ihm zu beenden. Vahedi bezeichnet Karroubi als seinen “großen Lehrer” und schreibt, es sei ein guter Zeitpunkt für ihn, sich Millionen von Iranern anzuschließen. Er wünsche Karroubi auf seinem Weg viel Erfolg. Zum Artikel

Freitag, 20. Juli 2012

Wir Wollen Euer Himmel Nicht, Lasst Uns Einfach Leben

Vier Gründe warum ich die Hölle dem Himmel vorziehe

1. Grund:

Eine Arbeit von der 
"Cyberorganisation für Förderung der Verschleierung und Keuschheit"  


2. Grund
Auf dem Banner steht:
Prophet: "Jede Frau die sich gutriechend macht und das 
Haus verlässt, wird von Gott geflucht sein,
bis sie nach Hause zurück gekommen ist"

Nur stinkende Frauen gehen in den Himmel. Ich stehe auf gut riechende und schöne Frauen.

3. Grund: Die offizielle Sprache in der Hölle ist persisch, die des Himmels arabisch:


Ich würde gerne mit persischen Dichtern in der Hölle Zeit verbringen.

4. In der Hölle erwarten mich solche kostenlose Konzerte.

Wir wollen euer Himmel nicht, lasst uns einfach leben. 

Freitag, 6. Juli 2012

Menschenrechtsaktivist Darf Seinen Krebskranken Sohn Nicht Besuchen


Shary Faramarzi

Mohammad-Sedigh Kaboudvand, Journalist und Menschenrechtsaktivist, engagierte sich in der iranischen Provinz Kurdistan für Menschenrechte. Er gründete 2005 die Human Rights Organization of Kurdistan (HROK). Er veröffentlichte zwei Jahre lang die auf Persisch und Kurdisch die Wochenzeitung “Payam-e Mardom”, die die Regierung 2006 verbot.


Kaboudvand wurde 2007 wegen "Gefährdung der nationalen Sicherheit" durch Gründung der Kurdischen Organisation für den Schutz der Menschenrechte verhaftet und später zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zusätzlich erhielt er ein Jahr Gefängnis für "Propaganda gegen die Islamische Republik" . Dabei verbrachte er fünf Monate in Einzelhaft.  Während seiner gesamten Haftzeit litt er immer wieder an ernsthaften Erkrankungen. Er ist herzkrank und leidet an einer Prostata-Erkrankung und musste operiert werden, doch im Gefängnis würde ihm eine entsprechende medizinische Versorgung verweigert. Am 23. Januar 2009 erhielt Kaboudvand von "Human Rights Watch" den Hellman/Hammett Preis für verfolgte Schriftsteller. 


Seit 13. Februar ist Kaboudvand in einen Hungerstreik getreten, weil die Behörden ihm nicht erlauben, seinen kranken Sohn zu besuchen. Zunächst hatten die Behörden ihn aufgefordert, seinen Hungerstreik zu beenden, und ihm die Bewilligung des Hafturlaubs angekündigt. Kaboudvand war der Aufforderung gefolgt, wurde aber wenige Tage später darüber im Kenntnis gesetzt, dass sein Antrag abgelehnt worden sei. Bei seinem Sohn sei Krebs diagnostiziert worden, und er habe möglicherweise nicht mehr lange zu leben. Er will nur seinen Sohn in der schwierigen Zeit der Behandlung unterstützen. Am 26. Mai, reagierte Kaboudvand wieder mit seinem Hungerstreik auf die Verweigerung der Gefängnisbehörden, ihn seinen kranken Sohn besuchen zu lassen. Er hat angekündigt, den Hungerstreik so lange fortzusetzen, bis er die Erlaubnis erhält, Zeit mit seinem kranken Sohn zu verbringen. Wir fordern Hilfe für den iranischen politischen Gefangenen Mohammad-Sedigh Kaboudvand, der sich seit 44 Tagen im Hungerstreik befindet.

Hossein Ronaghi Malekis erster Blogeintrag nach Beginn seines Hafturlaubs



"Ich verstehe immer noch nicht, warum fremde Menschen mich umarmen wollen, wenn sie mich sehen, warum sie glücklich sind oder warum sie weinen?"
Gestern Nacht hat Hossein Ronaghi Maleki mit einem Blogeintrag seine Leserschaft glücklich gemacht.  Die deutsche Übersetzung finden Sie auf Julias Blog.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Video: "Mr. President: Apple Won't Listen, Will You?"

"Mr. President, we all want change within Iran. However, as years of sanctions against Cuba have shown, these policies have only hurt the innocent Cuban people and American businesses."

Umfrage des Iranischen Fernsehens: 63% Forderten Iran die Anreicherung zu Stoppen



63% der Teilnehmer forderten, dass Iran seine Urananreicherung stoppt.  
89% waren gegen der Schließung der Straße von Hormuz.

Die Umfrage wurde vom Web entfernt. Die offizielle Begründung lautet: "eine Umfrage, in der nur 2000 Menschen teilnahmen, ist nicht aussagekräftig."

Es ist zu erwähnen, dass viele Iraner das iranische Fernsehen überhaupt nicht anschauen oder sich auf Programme wie Fußball einschränken. Die meisten Iraner, auch die Armen,  bevorzugen illegale Satelliten. Das Publikum, das bei einer Umfrage des iranischen Fernsehens teilnimmt gehört zweifellos zu den konservativeren Schichten Irans.

Vergleichbare Artikel:

«نظر مخالف ندادن» وظیفه مردم است