Donnerstag, 19. Dezember 2013

Warum ist meine Heimat Iran nicht fortgeschritten?



Wir Iraner müssen uns leider auch damit befassen, dass irgendeine nicht politische Gruppe, verhaftet wird. Unsere Zeit geht damit verloren, zu erklären, dass diese Leute nur Technik begeistert sind, dass Apple und Android nicht eine Erfindung gegen das System seien.


Eine Nasrin Sotoudeh muss lange Zeit erklären, dass sie nicht das Regime stürzten möchte, sondern nur ihre Mandate als Anwältin verteidigte.

Wir verlieren Zeit und Nerven, indem wir uns für Menschenrechte einsetzen. Diese Probleme sind existenziell und wichtig. Obwohl sie unnötig sein sollten, sind sie eine absolute Notwendigkeit.

Wirtschaftsexperten müssen aufpassen was sie sagen, damit sie nicht Beruf und Freiheit verlieren. Man kann leicht einem vorwerfen, seine Thesen seien gegen das System oder den Islam. Viele verlassen das Land.

Aber auch die, die den Iran nicht verlassen möchten und das Land mit unpolitischen Aktivitäten nutzen möchten, fühlen sich nicht sicher.

Historiker und Studenten müssen sich mit Attacke-Kommentaren und Bedrohungen von Islamisten, Nationalisten und Pan-Iranisten auseinander setzen, während sie von einander über die Geschichte lernen wollen.

Das sind auch Gründe, warum ein ganzes Land mehr oder weniger politisch denkt. Unpolitische (und Religion unkritische) Aktivitäten können gefährlich oder grundlos gestoppt werden. Das ist auch der Grund, warum viele Iraner nach Rouhani-Ära nicht zurück in das Land gehen werden. Es sei denn, es geschieht etwas.

Die dargestellte Problematik existiert auch in Europa. Das Ausmaß ist aber nicht vergleichbar. Im 21. Jahrhundert muss noch diskutiert werden, ob Schwulen-Ehe ok ist oder nicht. Es wird diskutiert, ob die Kirche weiterhin Gelder verschwenden darf und so weiter. Umweltschutz und Armutbekämpfung werden oft vergessen.

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